Piet Dickentman

Schrittmacher

Die ersten Schrittmacherdienste leistete sein Mentor und Entdecker Jan Mulder, der P.D. auf einem von ihm geführten Motortandem zu den ersten kleineren Erfolgen führte.
1900 kam es zur Trennung und Dickentman verpflichtete die Brüder Carl und Wilhelm Lehmann aus Berlin als erste Stammbesatzung, deren 2 Motortandems durch seinen Landsmann Lauffer bereitgestellt wurden.

Weitere Verpflichtungen folgten kurze Zeit später mit den Schrittmachern Gerrit de Regt, Nico Schmidt,   Adolf Thormann und Ernst Wolf, wobei es sich hier anscheinend um zeitlich befristete Engagements handelte, denn von Thormann und Wolf heißt es, dass sie ab 1903 fest verpflichtet wurden. Dieses war notwendig geworden, da Willy Lehmann nach der Australienreise in down under blieb und sein Bruder krankheitsbedingt aufgeben musste.
Gemeinsam mit dem später hinzukommenden Joseph Schwarzer wurden wechselnde Besatzungen gebildet, wobei Wolf/Thormann die erste Besatzung darstellte.



P.D. mit de Regt, Schwarzer, Wolf, Thormann

Durch das Ausscheiden seines Hauptkontrahenten Th. Robl , übernahm P.D. 1909 das damals erfolgreichste Schrittmacherpaar Bretschneider und Steger.



P.D hinter Bretschneider und Steger


Im Zeitraum von 1912/13 entstand diese Aufnahme mit dem Schrittmacher Jean Mangematin.



Oberweltmeister P.D. hinter Mangematin


Nach 1910 leisteten dann noch Emil Meinhold und Albert Käser ihre Dienste als Schrittmacher für Piet Dickentman.



Oberweltmeister P.D. hinter Meinhold



Oberweltmeister P.D. hinter Käser (Photo: Archiv M. Steinbrink)


Auffällig ist für die späten Jahre seiner Rennfahrertätigkeit ein häufiger Wechsel seiner Schrittmacher.
Im Gegensatz zu den langfristigen Engagements seiner Schrittmacher während der Nutzung von Tandems, nahm er in den 20er-Jahren zeitweise von Rennen zu Rennen verschiedene Schrittmacherdienste in Anspruch:

Piet de Roos (1914, 1921, 1923)
Slesker (1916, 1920, 1921)
Wronker (1921)
Tulleken (1921)
Ceurremans (1921, 1922, 1926)
Hesslich (1921, 1922, 1923)
Schubert (1922, 1925)
Hofmann (1924)
Constant (1926)
Buchner (1926)
Barthel (1926)
Jahn (1927, 1928)


Die Schrittmachermaschinen wurden zum großen Teil von der Firma Brennabor aus Brandenburg an der Havel gestellt. So ist im "Brandenburger Anzeiger" im Mai 1901 über seinen Sieg im 50 km-Rennen auf der Brandenburger Sportpark-Bahn zu lesen: "...hinter 2 Motoren neuester Construktion der Brennabor-Fahrradwerke...".



Brennabor Schrittmachermaschine aus Katalog 1905 (Archiv M. Steinbrink)

Nach dem endgültigen Ausscheiden als aktiver Rennfahrer versuchte sich P.D. ebenfalls als Schrittmacher, war aber in diesem Metier nicht sehr erfolgreich und beendete diese Episode recht zügig.